„Man sagt auch, daß er wie ein Soldat fluchte: Al dispetto di Dio, potta di Dio, als er eines Tages beim Nachtmahl einen kalten Pfauen, den er sich hatte aufheben lassen, nicht fand. Er sagte: „Ich, der Statthalter Christi, mag wohl eines Pfauen halber fluchen, wenn mein Herr um einen Apfel gezürnet hat!“ / „Du siehst, Schätzlein, daß ich den Papst kenne und weiß, wer er ist.“

„Ach,“ sagte sie, „aber sprich davon nicht zu andern. Du wirst ihn gleichwohl nicht sehen.“

„Ich werde mit ihm sprechen“, sagte Ulenspiegel.

„Wenn Du das tust, so gebe ich Dir hundert Gülden.“

„Ich habe sie schon gewonnen“, sprach Ulenspiegel.

Am andern Morgen lief er in der Stadt umher, wiewohl seine Beine müde waren, und erkundete, daß der Papst des selbigen Tages in Sankt Johann vom Lateran die Messe lesen würde. Ulenspiegel ging dorthin und stellte sich so auffallend in die Nähe des Papstes, als er vermochte, und jedes Mal, wenn der Papst den Kelch oder die Hostie erhob, kehrte Ulenspiegel dem Altar den Rücken.

Neben dem Papst stand ein Kardinal, der die Messe ministrirte, braun von Angesicht, boshaft und feist, mit einem Affen auf der Schulter, und gab dem Volk mit vielen unzüchtigen Gesten das Sakrament. Er machte den Papst auf Ulenspiegels Gebahren aufmerksam und der Papst sandte nach der Messe vier prächtige Kriegsmänner, wie man sie in diesen kriegerischen Ländern kennt, sich des Pilgers zu bemächtigen.

„Was für einen Glauben hast Du?“ fragte ihn der Papst.

„Allerheiligster Vater,“ versetzte Ulenspiegel, „ich habe den Glauben, den meine Wirtin hat.“

Der Papst ließ die Frau holen.