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Zur selbigen Zeit kamen zwei Prämonstratenserbrüder nach Damm, um Ablaß zu verkaufen. Sie trugen über ihrem Mönchsgewand ein schönes, mit Spitzen besetztes Hemde.
Wenn das Wetter hell war, standen sie vor der Kirchtür, wenn es regnete, in der Vorhalle. Sie schlugen ihre Preisliste an; danach gaben sie für sechs Heller, für einen Pfennig, einen halben Pariser Lire, für sieben, zwölf Karolusgülden je hundert, zweihundert, dreihundert, vierhundert Jahre Ablaß und je nach dem Preis halben oder vollkommenen Ablaß und Vergebung für die ungeheuerlichsten Verbrechen, zum Exempel den Wunsch, der heiligen Jungfrau Gewalt anzutun. Aber dieses kostete siebenzehn Gülden.
Den Käufern, die ihnen Geld gaben, händigten sie kleine Stücke Pergament ein, auf denen die Zahl der Ablaßjahre geschrieben stand. Darunter las man diese Inschrift:
Wer nicht will werden
Gedämpft, gebraten, gesotten gar,
Im Fegefeuer tausend Jahr,
In der Höllen brennen immerdar,
Der kaufe Ablaß, Gnaden, Vergebung