Er wollte den Palast verlassen, als der Landgraf ihn festhielt und sprach:

„Du Schalksnarr, der durch die Welt wandert und die schönen und guten Dinge preist und der Dummheit mit einer scharfen Zunge spottet, Du wagtest angesichts so vieler hoher Damen und noch höherer vieledler Herren Dich öffentlich über Wappen und Adelsstolz lustig zu machen; du wirst eines Tages für Dein freies Reden gehenkt werden.“

„Wenn der Strick von Gold ist, wird er vor Furcht zerreißen, wenn er mich kommen sieht.“

„Nimm“, sprach der Landgraf und gab ihm fünfzehn Gülden; „dies ist das eine Ende davon.“

„Großen Dank, Euer Gnaden,“ erwiderte Ulenspiegel, „jede Herberge des Weges wird ein Fädlein davon erhalten, ein gülden Fädlein, das die spitzbübischen Herbergswirte zu Krösussen macht.“

Und wohlgemut ritt er auf seinem Esel fürbaß; die Kappe trug er hoch, und die Feder wallte im Winde.


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Die Blätter auf den Bäumen vergilbten, und der Herbstwind begann zu wehen. Katheline war zuzeiten eine oder drei Stunden bei Sinnen. Und Klas sagte dann, daß der Geist Gottes in seinem milden Erbarmen in sie führe. In solchen Augenblicken hatte sie die Macht, durch Gebärden und Worte einen Zauber auf Nele zu werfen, also daß sie mehr denn hundert Meilen weit Dinge erblickte, die auf Plätzen und Gassen und in den Häusern geschahen.