Dann sagt Seine Majestät in anderm Ton und höchst kläglich zu König Philipp:
„Du weißt, daß ich zu Deinen Gunsten abdanken werde, mein Sohn, und der Welt ein großes Schauspiel geben und vor einer großen Menge reden, obwohl mit Schlucken und Husten, denn ich habe meiner Lebtage zuviel gegessen, mein Sohn. Du müßtest ein gar hartes Herz haben, wenn Du nicht etliche Tränen vergössest, nachdem Du mich angehört hast.“
„Ich werde weinen, Herr Vater“, antwortet König Philipp.
Dann spricht Seine Heilige Majestät zu einem Diener, mit Namen Dubois:
„Dubois,“ sagt er, „reiche mir ein Stück Madeirazucker: ich habe das Schlucken. Wenn es mich nur nicht überfällt, dieweil ich zu aller Welt spreche. Die Gans von gestern wird wohl nie verdaut werden. Ob ich wohl einen Humpen Wein von Orleans trinke? Nein, er ist zu herbe. Ob ich etliche Sardinen esse? Sie sind so ölig. Dubois, gib mir Wein aus der Romagna.“
Dubois gibt Seiner Heiligen Majestät, was er verlangt. Dann legt er ihm ein Kleid von karmesinrotem Sammet an, bedeckt ihn mit einem güldenen Mantel, gürtet ihm den Degen um, überreicht ihm Zepter und Reichsapfel und setzt ihm die Krone aufs Haupt.
Sodann verläßt Seine Heilige Majestät auf einem kleinen Maultier das Haus im Lustgarten; König Philipp und viele hohe Personen folgen ihm. So gelangen sie in ein großes Gebäude, das sie Palast nennen und finden dort in einem Gemach einen Mann von hoher, hagerer Gestalt und reich gekleidet, den sie Oranien nennen.
Seine Heilige Majestät spricht zu diesem Manne und sagt:
„Sehe ich gut aus, Vetter Wilhelm?“
Aber der Mann antwortet nicht.