Seine Heilige Majestät sagt darauf, halb lachend, halb zornig:
„Wirst Du denn immer stumm sein, Vetter, selbst wenn es gilt, dem alten Gerümpel Wahrheiten zu sagen? Soll ich noch weiter regieren oder soll ich abdanken, Schweiger?“
„Heilige Majestät,“ sagt der hagere Mann, „wenn der Winter kommt, lassen die stärksten Eichen ihre Blätter fallen.“
Die dritte Stunde schlägt.
„Schweiger,“ sagt er, „leih mir deine Schulter, daß ich mich darauf stütze.“
Und er tritt mit ihm und seinem Gefolge in einen großen Saal und setzt sich unter einen Thronhimmel auf eine Estrade, die mit Seide oder Teppichen überzogen ist. Da sind drei Sessel. Seine Majestät nimmt den in der Mitten ein, der reicher verziert ist als die anderen und hinter dem die Kaiserkrone emporragt. König Philipp setzt sich auf den zweiten, und der dritte ist für eine Frau, welche ohne Zweifel eine Königin ist. Zur Rechten und Linken sitzen auf teppichbelegten Bänken rotgekleidete Männer, so ein gülden Lamm um den Hals tragen. Hinter ihnen stehen unterschiedliche Personen, ohne Zweifel Prinzen und große Herren. Gegenüber am Fuß der Estrade sitzen auf kahlen Bänken in Wolle gekleidete Männer. Ich höre sie sagen, daß sie so bescheiden sitzen und so schlicht gekleidet sind, weil sie allein alle Kosten tragen. Ein jeglicher hat sich erhoben, da Seine Heilige Majestät eingetreten ist, er aber hat sich sogleich gesetzt und gibt allen das Zeichen, ihm nachzuahmen.
Ein alter Mann spricht nun des Langen und Breiten über die Gicht. Dann reicht die Frau, so eine Königin scheint, Seiner Heiligen Majestät eine Pergamentrolle. Es sind Dinge darauf geschrieben, die Seine Heilige Majestät hustend und mit dumpfer, leiser Stimme verliest. Er spricht von sich selbst und sagt:
„Viel sind der Reisen, so ich in Hispanien, Italien, den Niederlanden, Engelland und Afrika gemacht, alles zur Ehre Gottes, zum Ruhm meiner Waffen und zum Wohl meiner Völker.“
Dann, nachdem er des Langen und Breiten geredet hat, sagt er, daß er hinfällig und müde sei und die Krone Spaniens, die Grafschaften, Herzogtümer und Markgrafschaften dieser Länder in die Hände seines Sohnes überantworten wolle.
Alsdann weint er, und alle weinen mit ihm.