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Soetkin und Nele saßen an einem Fenster und blickten auf die Straße.
Soetkin sagte zu Nele:
„Herzchen, siehst Du nicht meinen Sohn Ulenspiegel kommen?“
„Nein,“ sprach Nele, „wir werden den schlimmen Landstreicher nicht wiedersehen.“
„Nele,“ sprach Soetkin, „Du mußt nicht bös auf ihn sein, sondern ihn beklagen, denn er ist fern von Hause der gute Junge.“
„Ich weiß es wohl,“ sprach Nele; „er hat ein andres Heim gar weit von hier, reicher als seins, wo irgend eine schöne Dame ihm sicherlich Obdach gibt.“
„Das wäre ein groß Glück für ihn,“ sagte Soetkin; „vielleicht wird er dort mit Fettammern gespeist.“
„Warum gibt man ihm nicht Steine zu essen: dann wäre er geschwind hier, der Nimmersatt!“ sagte Nele.