„Bist Du toll? Was lässest Du Dein Bett nicht an seinem Ort?“

„Das ist so meine Weise,“ antwortete Ulenspiegel, „die ersten acht Tage die halbe Nacht auf meinem Bett und die andere halbe Nacht darunter zu liegen.“

„Wohlan,“ versetzte der Meister, „und ich habe noch eine andere Weise, die ist: meine unverschämten Knechte auf die Straße zu werfen, mit Erlaubnis, die erste Woche auf dem Pflaster und die zweite darunter zu verbringen.“

„In Eurem Keller, Meister, mit Verlaub, bei den Tonnen mit Braunbier“, entgegnete Ulenspiegel.


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Da er den Wagner verlassen hatte und sich wiederum nach Flandern begab, mußte er sich als Lehrling bei einem Schuster verdingen, der sich lieber auf der Straße aufhielt, als in der Werkstatt die Ahle zu handhaben. Als Ulenspiegel ihn zum hundertsten Mal zum Ausgehen bereit sah, fragte er ihn, wie er das Oberleder zuschneiden solle.

„Schneide es für große und mittlere Füße, damit alles, was das große und kleine Vieh führt, gemächlich hinein kommen kann.“

„Amen, Meister“, sprach Ulenspiegel.