„Wer anders“, schrie Klas, „kann alles dies berichtet haben, wenn nicht Du, schändlicher Fischhändler, den ich am Sonntag aufrecht wie einen Pfahl auf seiner Schwelle sah, wie Du heuchlerisch nach den Schwalben in der Luft blicktest.“
Und er wies mit dem Finger auf Jobst Griepenstüver, den Ältesten der Fischhändler, der seine häßliche Fratze unter dem Volk zeigte. Der Fischhändler lächelte hämisch, da er sah, daß Klas sich solchergestalt verriet. Alles Volk, Männer, Frauen und Kinder sprachen untereinander:
„Armer, guter Mann, seine Worte werden ihm den Tod bringen.“
Aber der Gerichtsschreiber fuhr in seiner Verlesung fort:
„Der Ketzer und Klas sprachen jene Nacht lange zusammen, desgleichen während sechs anderer, in welchen man den Fremdling mancherlei dräuende oder segnende Gebärden machen sah, auch wahrnehmen konnte, wie er die Arme gen Himmel hob; wie Ketzer zu tun pflegen. Und dem Anschein nach hieß Klas seine Reden gut. Gewißlich sprachen sie während jener Tage, Abende und Nächte schändlich über Messe und Beichte, über den Ablaß und über Seine Königliche Majestät.“
„Keiner hat es gehört,“ sagte Klas, „und man kann mich nicht solchergestalt ohne Beweise anklagen.“
Der Gerichtsschreiber versetzte:
„Man hat anderes gehört. Als der Fremde den siebenten Tag um die zehnte Stunde aus Deinem Hause ging und es schon Abend war, da gabst Du ihm bis zur Grenze von Kathelines Feld das Geleite. Allda erkundigte er sich, was Du mit den schändlichen Götzenbildern / und der Amtmann bekreuzte sich / der erhabenen Frau Maria und der hohen Heiligen Nikolas und Martin gemacht hättest. Du gabst zur Antwort, daß Du sie zerbrochen und in den Brunnen geworfen hättest. Und wirklich wurden sie verwichene Nacht in Deinem Brunnen gefunden, und die Stücke sind auf der Folterkammer.“
Bei diesen Worten schien Klas niedergeschinettert. Der Amtmann fragte, ob er etwas zu erwidern hätte, doch Klas schüttelte verneinend den Kopf.
Der Amtmann fragte ihn, ob er nicht den verruchten Gedanken, die Bilder zu zerbrechen, desgleichen die gottlose Verirrung, kraft deren er schändende Worte wider seine göttliche und Seine Königliche Majestät gesprochen, widerrufen wolle.