Beim Ton ihrer Stimmen wandte der Landsknecht seinen schweren Kopf nach ihrer Seite, suchte seine Flasche und da er sie nicht fand, fuhr er fort in die Luft zu spucken und versuchte, beim Mondschein seinen Speichel fallen zu sehen.

„Der Branntwein geht ihm bis an die Zähne,“ sprach Ulenspiegel. „hörst Du, wie er mit Mühe spuckt?“

Indessen streckte der Soldat, nachdem er oftmals gespuckt und in die Luft gesehen, wiederum den Arm aus, um die Hand auf die Flasche zu legen. Er fand sie, hielt den Mund an die Öffnung, bog den Kopf nach hinten, kippte die Flasche um und schlug ein wenig darauf, auf daß sie ihm ihren ganzen Saft gäbe; und er sog daran, wie ein Kind an der Brust seiner Mutter. Da er nichts darinnen fand, ließ er es dabei bewenden, legte die Flasche neben sich, fluchte etliches auf hochdeutsch, spuckte wiederum, schüttelte den Kopf von rechts nach links und schlief mit unverständlichem Geplapper ein.

Aber Ulenspiegel, wissend, daß dieser Schlaf nicht andauern würde, und daß man ihn noch tiefer machen müßte, glitt durch das Loch in der Hecke, nahm die Flasche des Soldaten und gab sie Nele, welche sie mit Branntwein füllte.

Der Soldat hörte nicht auf zu schnarchen: Ulenspiegel schlüpfte wieder durch das Loch in der Hecke, legte ihm die volle Flasche zwischen die Beine, kehrte in Kathelines Gärtlein zurück und wartete mit Nele hinter der Hecke.

Die Kühle der frischgezapften Flüssigkeit machte den Soldaten etwas wach und mit der ersten Bewegung suchte er nach dem kalten Ding unter seinem Wamse.

Mit dem rechten Gefühl eines Trunkenbolds erwog er, daß dies wohl eine volle Flasche sein könnte, und legte die Hand darauf. Ulenspiegel und Nele sahen, wie er beim Schein des Mondes die Flasche schüttelte, um das Glucksen der Flüssigkeit zu hören; dann kostete er davon, lachte, war baß erstaunt, daß sie so voll war, trank einen Schluck, tat einen Zug, setzte sie zu Boden, nahm sie abermals und trank von neuem.

Dann hub er an zu singen:

Wenn der Meister Mond erscheint,

Die Frau See zu grüßen,