In Kathelines Hütte weinte Soetkin vor irrem Schmerz. Ohne Unterlaß sagte sie:
„Mein Mann, mein armer Mann!“
Ulenspiegel und Nele umarmten sie mit inniger Zärtlichkeit. Dann drückte sie sie in die Arme und weinte still. Hierauf machte sie ihnen ein Zeichen, sie allein zu lassen. Nele sprach zu Ulenspiegel: „Wir wollen sie verlassen, sie will es; laß uns die Karolus retten.“
Sie gingen beide hinaus. Katheline ging um Soetkin herum und sprach:
„Bohrt ein Loch, die Seele will hinaus.“
Und Soetkin blickte sie starren Auges an, ohne sie zu sehen.
Die Hütten von Klas und Katheline stießen aneinander, die von Klas trat zurück und hatte ein Gärtlein vor dem Haus; die von Katheline hatte ein Stück Land, mit Saubohnen bepflanzt, nach der Straße zu. Das Land war mit einer grünen Hecke eingefriedigt, darein Ulenspiegel, um zu Nele zu gehen, und Nele um zu Ulenspiegel zu gehen, in ihren Kinderjahren ein großes Loch gemacht hatten.
Ulenspiegel und Nele kamen in den Gemüsegarten, sahen von dort den wachthabenden Soldaten, der mit dem Kopf wackelte und in die Luft spuckte, aber der Speichel fiel auf sein Wams zurück. Eine Flasche, die mit Weiden umflochten war, lag neben ihm.
„Nele,“ sagte Ulenspiegel ganz leise, „dieser trunkne Soldat hat noch nicht genug für seinen Durst; er muß noch mehr trinken. So werden wir die Herren sein. Laß uns die Flasche nehmen.“