„Er ist in die Herrlichkeit eingegangen“, sprach die Wittib.
„Bete“, sagte Nele zu Ulenspiegel; und sie gab ihm seinen Rosenkranz, aber er wollte ihn nicht gebrauchen, weil die Kugeln vom Papst geweiht wären.
Da die Nacht herabsank, sagte Ulenspiegel zur Wittib:
„Mutter, Du mußt Dich schlafen legen; ich werde bei Dir wachen.“
Aber Soetkin antwortete: „Es tut nicht not, daß Du bei mir wachst: der Schlaf ist gut für die Jugend.“
Nele bereitete jedem ein Lager in der Küche und ging fort.
Sie blieben beieinander, dieweil die Reste eines Feuers von Baumwurzeln im Kamin verbrannten.
Soetkin legte sich nieder und Ulenspiegel tat wie sie und hörte sie unter ihren Decken weinen.
Draußen in der nächtlichen Stille ließ der Wind die Bäume des Kanals rauschen wie das Meer und als Vorbote des Herbstes schleuderte er den Staub in Wirbeln gegen die Fenster.
Ulenspiegel sah etwas wie einen Mann, der kam und ging; er hörte ein Geräusch von Schritten in der Küche; da er hinhorchte, hörte er nichts mehr als den Wind, der im Kamin heulte, und Soetkin, die unter ihren Decken weinte.