Dann hörte er wiederum gehen und hinter sich am Kopfende seufzen. „Wer ist da?“ fragte er.
Niemand gab Antwort; aber es ward zu drei Malen auf den Tisch geklopft. Ulenspiegel ward von Furcht ergriffen und zitternd fragte er abermals: „Wer ist da?“ Er bekam keine Antwort, aber drei Schläge fielen auf den Tisch, und er fühlte, wie zwei Arme ihn umschlangen und über sein Gesicht ein Körper sich neigte, dessen Haut war gerunzelt, auch hatte er ein großes Loch in der Brust und einen Brandgeruch um sich.
„Vater,“ sprach Ulenspiegel, „ist es Dein armer Leichnam, der also auf mir lastet?“
Er erhielt keine Antwort, und ohngeachtet der Schatten nahe bei ihm stand, hörte er draußen „Tyll, Tyll!“ rufen. Plötzlich erhob Soetkin sich und trat an Ulenspiegels Lager: „Hörst Du nichts?“ fragte sie.
„Wohl,“ sprach er, „der Vater ruft mich.“
„Ich,“ sprach Soetkin, „ich habe einen kalten Leichnam an meiner Seite in meinem Bette gefühlt, und die Pfühle haben sich gerührt und die Vorhänge sich bewegt, und ich habe eine Stimme sagen hören: „Soetkin“. Eine Stimme, leise wie ein Hauch, und einen Schritt, leicht wie das Summen einer Mücke!“ Und sie sprach also zu dem Geist ihres Klas:
„Mein Mann, so Du im Himmel, allwo Gott Dich in seine Herrlichkeit aufgenommen hat, irgend etwas begehrst, mußt Du es uns sagen, auf daß wir Deinen Willen vollstrecken.“
Plötzlich stieß ein Windstoß die Tür mit Ungestüm auf und erfüllte den Raum mit Staub, und Ulenspiegel und Soetkin hörten fernes Gekrächz von Raben.
Sie gingen selbander hinaus und kamen zum Scheiterhaufen.
Die Nacht war schwarz, ausgenommen, wenn die Wolken, so von dem scharfen Nordwind gejagt gleich Hirschen über den Himmel liefen, dem Antlitz des Gestirns seinen Glanz ließen.