Drauf sprach der Amtmann zu Soetkin:

„Bezeichne mir den Ort, wo die Karolus verborgen sind.“

„Ich kenne ihn nicht“, antwortete sie ächzend.

„Schnürt stärker“, sagte er.

Ulenspiegel versuchte seine Arme, die auf dem Rücken gebunden waren, vom Strick loszureißen, um Soetkin zu Hilfe zu kommen.

„Schnürt nicht, Ihr Herren Richter,“ sagte er, „es sind zarte, zerbrechliche Frauenknochen. Ein Vogel vermöchte sie mit seinem Schnabel zu zerbrechen. Schnürt nicht, Herr Scharfrichter, ich rede nicht zu Euch, dieweil Ihr den Befehlen der Herren gehorsam sein müßt. Schnürt nicht, habt Erbarmen!“

„Der Fischhändler“, sprach Soetkin.

Und Ulenspiegel schwieg.

Da er aber sahe, daß der Henker die Schraubstöcke noch stärker anzog, schrie er von neuem:

„Erbarmen, Ihr Herren, Ihr zerbrecht der Witwe die Finger, deren sie zur Arbeit bedarf. Wehe, ihre Füße! Wird sie nicht mehr gehen können? Erbarmen, Ihr Herren!“