Katheline stand auf und ging in die „Keet“ nachzusehen, ob ihre Freunde nicht gekommen wären.
Sie war schier ungeduldig, denn seit sie Hanske wiedergesehen, hatte ihr Wahnsinn um ein Merkliches nachgelassen, maßen es Liebestollheit war, wie man sagte.
Da sie sie nicht erblickte, war sie voller Harm; da hörte sie von der Seite von Sluys her auf freiem Felde den Fischadler schreien und ging dem Ruf nach. Auf der Wiese am Fuß eines Deiches auf Buhnen und Rasen wandelnd, hörte sie von der anderen Seite des Deiches die beiden Teufel mitsammen reden. Der eine sagte:
„Ich will die Hälfte davon haben.“
Der andere antwortete:
„Du sollst nichts haben; was Kathelines ist, ist mein.“
Darauf lästerten sie wütend und stritten miteinander, wer allein das Vermögen und die Liebe von Katheline und Nele zugleich haben sollte. Von Furcht erstarrt, getraute Katheline sich nicht zu sprechen, noch sich zu rühren. Sie hörte alsbald, wie sie auf einander einhieben; dann sagte der eine: „Dies Schwert ist kalt.“ Drauf ein Röcheln und den Fall eines schweren Körpers.
Voller Furcht schritt sie bis zu ihrer Hütte. In der zweiten Nachtstunde vernahm sie abermal, jedoch auf ihrem Anwesen, den Schrei des Fischadlers. Sie ging öffnen und sah ihren teuflischen Freund allein vor der Tür. Sie fragte ihn:
„Was hast Du mit dem andern gemacht?“
„Er wird nicht mehr kommen“, antwortete er.