Dann umarmte und liebkoste er sie. Er deuchte ihr kälter als sonst. Kathelines Geist aber war trefflich wach. Da er von dannen ging, begehrte er von ihr zwanzig Gülden, alles was sie hatte; sie gab ihm deren siebenzehn.

Voller Neugier ging sie am andern Tage am Deich entlang; aber sie sah nichts.

Nur an einer Stelle, so groß wie der Sarg eines Mannes, war Blut auf dem Rasen, darin der Fuß versank. Aber am Abend wusch der Regen das Blut fort.

Am nächsten Mittwoch hörte sie abermals in ihrem Garten den Schrei des Fischadlers.


83


Allemal, wenn Ulenspiegel Geld bedurfte, um bei Katheline ihren gemeinsamen Unterhalt zu bezahlen, hob er nachts den Stein von dem Loch, das er beim Brunnen gegraben, und entnahm daraus einen Karolus.

Eines Abends waren die drei Frauen beim Spinnen; Ulenspiegel schnitzte mit dem Messer ein Kästlein, welches der Amtmann bei ihm bestellt hatte. Er schnitzte geschickt eine schöne Jagd hinein, mit einer Meute von Hennegauer Hunden, von Molossi von Kandia, welches sehr wilde Tiere sind, von Brabanter Hunden, die paarweis gehen und Ohrenschnapper genannt werden, und andere Hunde ringsherum, Möpse, Rüden und Windhunde.

Da Katheline zugegen war, fragte Nele Soetkin, ob sie ihren Schatz wohl verborgen habe. Die Witwe antwortete ihr ohne Mißtrauen, daß er nirgend besser sein könne als neben der Brunnenmauer.