Er sagte zu ihr:

„Klasens Asche brennt auf meiner Brust, ich will das Land Flandern retten. Ich bat den großen Gott Himmels und der Erden darum, aber er antwortete mir nicht.“

Katheline sagte:

„Der große Gott konnte Dich nicht hören. Du mußtest zuvor zu den Geistern der Elemente sprechen, welche, da sie himmlischer und irdischer Natur sind, die Klagen der armen Menschen annehmen und sie den Engeln zutragen, die sie hernach zum Throne bringen.“

„Hilf mir bei meinem Vorhaben,“ sagte er, „ich will Dich mit Blut bezahlen, wenn es sein muß.“

Katheline antwortete:

„Ich will Dir helfen, wann ein Mädchen, so Dich liebt, Dich mitnimmt zum Sabbat der Frühlingsgeister, welche die Ostern des Saftes sind.“

„Ich will ihn mitnehmen“, sagte Nele.

Katheline goß ein graulich Gebräu in einen Kristallkelch, davon sie beiden zu trinken gab. Sie rieb ihnen mit dieser Mixtur die Schläfen, Nasenlöcher, Handflächen und Gelenke ein, ließ sie eine Fingerspitze weißen Pulvers nehmen und hieß sie sich einander ansehen, damit ihre Seelen eins würden.

Ulenspiegel sah Nele an und die sanften Augen des Mägdleins entzündeten eine große Glut in ihm; dann fühlte er ob der Mixtur ein Zwicken wie von tausend Krabben.