Da er an ihm vorüber ging, konnte er ihn ganz nahe sehen und hörte ihn sagen, denn er redete laut, wie Leute, die allein leben: „Wo haben sie die Karolus versteckt?“
„Wo der Teufel sie gefunden hat“, antwortete Ulenspiegel und schlug ihm mit der Faust ins Gesicht.
„Wehe,“ sagte der Fischhändler, „ich erkenne Dich, Du bist der Sohn. Habe Mitleid, ich bin alt und kraftlos. Was ich tat, geschah nicht aus Haß, sondern um Seiner Majestät zu dienen. Verzeihe mir gnädigst. Ich will Dir Deinen Hausrat wiedergeben, den ich erstanden, Du sollst mir keinen Groschen dafür bezahlen. Ist das nicht genug? Ich habe ihn für sieben Goldgülden gekauft. Du sollst alles haben und noch einen halben Gülden dazu, denn ich bin nicht reich, das mußt Du nicht wähnen.“
Und er wollte sich vor ihm auf die Knie werfen.
Da Ulenspiegel ihn so häßlich, zitternd und feige sahe, warf er ihn in den Kanal.
Und er machte sich davon.
86
Auf den Scheiterhaufen schwelte das Fett der Opfer. Ulenspiegel gedachte an Klas und Soetkin und weinte einsam. Eines Abends suchte er Katheline auf, um sie um Beistand und um Rache zu bitten. Sie saß mit Nele allein bei der Lampe und nähte. Da sie ihn eintreten hörte, hob Katheline schwerfällig den Kopf, gleichwie eine Frau, die aus tiefem Schlaf erwacht.