„Was ficht Dich an, Jan?“ fragte der Mann den Esel.
„Nichts,“ antwortete Ulenspiegel, „dafern er nicht von jenen Disteln Imbiß halten möchte, die Euch zur Seiten blühen wie am hohen Chor von Tessenderloo neben und über dem Herrn Christo. Dieser Hund würde auch nicht bös sein, wenn seine Kinnbacken mit dem Knochen, so Ihr da haltet, Hochzeit machen könnten. Indessen will ich ihm die Leber geben, die ich hier habe.“
Nachdem der Hund die Leber gefressen, betrachtete der Mann seinen Knochen, benagte ihn noch mehr, um alles Fleisch, so daran war, zu kriegen, und gab ihn dermaßen abgenagt dem Hunde. Der legte seine Pfoten darauf und machte sich daran, ihn auf dem Rasen zu zermalmen.
Dann blickte der Mann Ulenspiegel an. Und der erkannte Lamm Goedzak aus Damm. „Lamm,“ sagte er, „was tust Du hier, essend, trinkend und bitterlich weinend? Sollte Dir ein Soldat die Ohren ohne die rechte Ehrfurcht eingerieben haben?“
„Wehe, mein Weib“, sagte Lamm.
Er wollte seine Flasche Wein leeren, aber Ulenspiegel legte ihm die Hand auf den Arm.
„Trink nicht also, denn hastig Trinken kommt nur den Nieren zugute. Es sollte lieber dem zuteil werden, der keine Flasche hat.“
„Du redest gut,“ sagte Lamm, „aber wirst Du besser trinken?“
Und er hielt ihm die Flasche hin.
Ulenspiegel nahm sie, hob den Ellenbogen und gab sie ihm zurück.