Also vereint, reisten sie in Gemeinschaft. Der Esel legte die Ohren an und zog den Wagen.
„Lamm,“ sprach Ulenspiegel; „wir sind unser vier gute Gefährten: der Esel, das Tier, so unsern Herrn trug und auf den Triften die Disteln weidet, die es findet; Du, guter Dickbauch, der die sucht, die Dich flieht; und sie, die holde Liebste mit dem zärtlichen Herzen, die den findet, der dessen nicht würdig, das bin ich, der vierte.
„Wohlan, frischauf, Kinder und guten Mut. Die Blätter vergilben, die Gestirne werden glänzender; bald wird Frau Sonne in herbstlichen Nebeln schlafen gehen. Winter, des Todes Ebenbild, wird kommen und sie mit schneeigen Leintüchern zudecken, die unter unsern Füßen schlummern; ich aber werde wandern für die Wohlfahrt des Landes meiner Väter. Ihr armen Toten, Soetkin, die Du an Herzeleid starbst, und Klas, der Du im Feuer umkamst: Eiche voller Güte und Efeu voller Liebe: ich, Euer Sprößling bin voller Harm und werde Dich rächen, teure Asche, die auf meinem Busen brennt.“
Lamm sagte:
„Man soll nicht beweinen, die um der Gerechtigkeit willen sterben.“
Aber Ulenspiegel verharrte in Gedanken. Plötzlich sagte er:
„Diese Stunde, Nele, ist die Stunde des Scheidens für gar lange Zeit, und vielleicht werde ich nimmer Dein holdes Angesicht wiedersehen.“
Nele blickte ihn an mit ihren Augen, die wie Sterne leuchteten.
„Warum lässest Du nicht diesen Wagen und kommst mit mir in den Wald, wo Du leckere Nahrung fändest; denn ich kenne die Pflanzen und verstehe die Vögel zu locken.“