„So ist’s“, sprach Lamm, der mit großer Andacht den Wein aus dem Humpen schlürfte.
„Wohin geht Ihr jetzo?“ fragte Brederode.
„Wir sind auf der Suche nach den Sieben, die das Land Flandern retten werden.“
„Welche Sieben?“ fragte Brederode.
„Wenn ich sie gefunden habe, werde ich Euch sagen, wer sie sind,“ antwortete Ulenspiegel.
Aber Lamm, guter Dinge, dieweil er getrunken hatte, sagte:
„Tyll, wenn wir mein Weib auf dem Mond suchten?“
„Bestell die Leiter“, antwortete Ulenspiegel.
Im Mai, dem grünen Monat, sagte Ulenspiegel zu Lamm:
„Nun haben wir den schönen Maimond. Ei, der klare blaue Himmel, die fröhlichen Schwalben. Siehe, die Zweige sind heiß von Saft, das Land ist voller Liebe, das ist der Augenblick, um des Glaubens willen zu henken und zu brennen. Sie sind da, die guten kleinen Inquisitoren. Welch edle Gesichter! Sie haben jegliche Gewalt, zu züchtigen, zu strafen, abzusetzen und den weltlichen Richtern zu überantworten, auch ihre Gefängnisse zu benutzen. / Ei, der schöne Maimond! / Sie können gefangen nehmen, Prozesse führen, ohne sich der gewöhnlichen Form der Justiz zu bedienen, können brennen, henken, enthaupten und für die armen Frauen und Jungfrauen die Grube des vorzeitigen Todes graben. / Die Finken singen in den Bäumen. Die guten Inquisitoren haben ein Auge auf die Reichen. Und der König wird erben. Auf, ihr Mägdlein, tanzet auf der Wiese beim Schall von Dudelsack und Schalmei. O, der Wonnemond!“