„Warum liebst Du mich so schnell? Welch Handwerk treibst Du? Bist Du ein Bettler, bist Du reich?“

„Ich bin ein Bettler und auch reich, so Du mir Deinen reizenden Leib gibst.“

Sie entgegnete:

„Nicht das will ich wissen. Gehest Du zur Messe? Bist Du ein guter Christ? Wo wohnest Du? Würdest Du zu sagen wagen, daß Du ein Bettler, ein Geuse, ein wirklicher Geuse bist, der sich wider die Dekrete und die Inquisition auflehnt?“

Klasens Asche brannte auf Ulenspiegels Brust.

„Ich bin ein Geuse,“ sagte er, „und will die Unterdrücker der Niederlande tot und von den Würmern gefressen sehen. Du schaust mich an, Geliebte. Das Feuer der Liebe, das für dich, Holde, brennt, ist das Feuer der Jugend, Gott entzündete es, es flammet, wie die Sonne leuchtet, bis daß es erlischt. Aber das Feuer der Rache, so in meinem Herzen glimmt, hat Gott gleichermaßen entzündet. Es wird Schwert, Feuer, Strang, Feuersbrunst, Verwüstung, Krieg und Untergang der Henker sein.“

„Du bist schön,“ sprach sie traurig und küßte ihn auf beide Wangen; „aber schweige.“

„Warum weinest Du?“ fragte er.

„Du mußt hier und wo immer Du bist, acht geben“, sagte sie.

„Haben diese Wände Ohren?“ fragte er.