„Du mußt warten,“ sagte sie lächelnd und zeigte ihre weißen Zähne.
„Warten?“ sagte Ulenspiegel, „nein! Ein Haus kann mir auf den Kopf fallen, ein Windstoß mich in einen Graben werfen, ein toller Köter mich ins Bein beißen; nein, ich werde nicht warten.“
„Ich bin zu jung,“ sprach sie, „und rufe nur, weil es Brauch ist.“
Ulenspiegel ward argwöhnisch, gedenkend, daß die Brabanter Jungfrauen am Vorabend des März und nicht im Erntemond nach einem Manne rufen.
Sie sagte lächelnd:
„Ich bin zu jung und rufe nur, weil es Brauch ist.“
„Willst Du warten, bis Du zu alt bist?“ erwiderte Ulenspiegel. „Das ist eine schlechte Rechenkunst. Ich habe nimmer einen so runden Hals und weiße Brüste gesehen, Brüste einer Vlamländerin, voll der guten Milch, die Männer macht.“
„Voll? noch nicht, voreiliger Wanderer“, sagte sie.
„Warten“, wiederholte Ulenspiegel. „Soll ich etwa keine Zähne mehr haben, um Dich, Holde, ganz roh zu verschlingen? Du antwortest nicht, Du lächelst mit Deinen klaren, braunen Augen und Deinem kirschroten Mündlein.“
Das Mägdlein sah ihn listig an: