Sag an, lieber Mond?“

„Ich,“ sprach Ulenspiegel, „so Du willst.“

„Du?“ fragte sie. „Komm näher, daß ich Dich betrachte.“

Aber er:

„Wie kommt’s, daß Du im Augustmond rufst, und daß die Brabanter Mägdlein am Vorabend des März rufen?“

„Die,“ sagte sie, „haben nur einen Monat, ihnen einen Mann zu bescheren, ich habe deren zwölf. Am Vorabend eines jeden / nicht um Mitternacht, sondern in den sechs Stunden vor Mitternacht / springe ich aus meinem Bett, mache drei Schritte rückwärts gegen das Fenster und rufe, was Dir bekannt ist. Dann kehre ich um und mache drei Schritte rückwärts gegen das Bett, und um Mitternacht leg ich mich nieder, schlafe ein und träume von dem Mann, den ich bekommen werde. Aber die Monate, die lieben Monate, sind von Natur schlimme Spötter, und so träume ich nicht mehr von einem Mann, sondern von zwölfen auf einmal: Du wirst der dreizehnte sein, wenn Du willst.“

„Die andern möchten eifersüchtig werden,“ antwortete Ulenspiegel. „Du rufst auch: Erlösung?“

Das Mägdlein errötete und gab zur Antwort:

„Ich rufe Erlösung und weiß, was ich begehre.“

„Ich weiß es gleichfalls und bringe es Dir.“