Lamm lachte. Sie holten ihren Wagen und fuhren also durch die Stadt und suchten nach der besten Herberge. Aber sie erblickten etliche Gesichter von Wirten, die mürrisch, und Wirtinnen, die gar wenig mitleidig aussahen, und fuhren vorbei, denn sie gedachten, daß eine saure Miene ein schlechtes Aushängeschild für gastliche Küche sei.
So gelangten sie zum Samstagsmarkt und kehrten in den Gasthof „Zur Blauen Laterne“ ein. Da war ein Wirt von guter Miene. Sie stellten ihren Wagen ein und ließen den Esel in den Stall bringen, mit einer Metze Hafer zur Gesellschaft. Sie ließen sich zu essen auftragen, aßen nach Herzenslust, schliefen gut und standen auf, um wiederum zu essen. Lamm, der vor Behagen platzte, sprach:
„Ich höre himmlische Musik in meinem Magen.“
Da der Augenblick des Zahlens kam, ging der Wirt zu Lamm und sagte zu ihm:
„Ich kriege zehn Heller.“
„Der hat sie“, sprach Lamm zu ihm und zeigte auf Ulenspiegel. Der aber sagte:
„Ich habe sie nicht.“
„Und der halbe Gülden?“ fragte Lamm.
„Ich habe ihn nicht,“ antwortete Ulenspiegel.
„Das ist eine schöne Rede,“ sagte der Wirt. „Ich werde Euch allen beiden Euer Wams und Hemd fortnehmen.“