Und so geschah es, denn alle kannten Lamm. Und wahrlich, er kriegte für Esel und Wagen vierundvierzig Gülden und zehn Heller. Darnach klimperte er dem Wirt mit dem Gold unter der Nase und fragte ihn:
„Witterst Du den Duft der künftigen Schmäuse?“
„Ja,“ antwortete der Wirt.
Und ganz leise sprach er:
„So Du Deine Haut feil bietest, will ich sie für einen Heller kaufen und daraus ein Amulett gegen die Verschwendung machen.“
Derweilen hatte ein hübsches, artiges Weiblein, so im dunklen Hofe stand, Lamm oftmals durchs Fenster angeschaut und allemal wenn er ihr hübsches Lärvchen sehen konnte, zog sie sich zurück. Am Abend, da er schwankend vom Weine, den er getrunken, ohne Licht hinaufging, fühlte er auf der Stiege, wie eine Frau ihn umhalste, ihn begehrlich auf Wange, Mund und gar auf die Nase küßte und sein Antlitz mit verliebten Tränen benetzte; dann ließ sie ihn los.
Schlaftrunken von dem Getränk, legte Lamm sich nieder, schlief und zog des andern Tages mit Ulenspiegel nach Gent.