Dann huben sie insgesamt an zu schreien und sagten von Unsrer lieben Frau:
„Mieke hat ein schönes Kleid! Mieke hat eine schöne Krone! Ich will sie meiner Vettel geben!“
Sie gingen hinaus, dieweil einer von ihnen auf die Kanzel gestiegen war, um dort unziemliche Reden zu führen, dann kamen sie wieder und schrien:
„Steig herab, Mieke, steig herab, ehe wir dich holen. Tu ein Wunder, auf daß wir sehen, daß Du ebensogut gehen kannst als Dich tragen lassen, Mieke, Du Faulenzerin!“
Aber Ulenspiegel hatte gut rufen: „Ihr Unglücksstifter, hört auf mit Euren schlimmen Reden, jede Plünderung ist ein Verbrechen.“ Sie hörten schlechterdings nicht auf zu reden, und etliche sprachen gar davon, das Chor zu erbrechen und Mieke zu zwingen, daß sie herabstiege.
Ein altes Weiblein, das in der Kirche Kerzen verkaufte und diese Reden vernahm, warf ihnen die Asche ihres Fußwärmers ins Gesicht; aber sie schlugen das Weiblein und warfen es zu Boden, und nun begann das Getobe.
Der Markgraf kam mit seinen Bütteln in die Kirche. Da er die versammelte Menge sah, ermahnte er sie aus der Kirche zu gehen, aber so sänftiglich, daß nur etliche von hinnen gingen; die andern sagten:
„Zuvor wollen wir die Domherren zu Miekes Ehre die Vesper singen hören.“
Der Markgraf entgegnete:
„Es wird nicht gesungen werden.“