„Bist Du es, Unglücksrabe?“

„Euer Gnaden,“ entgegnete Ulenspiegel, „wenn meine Prophezeihung schwarz ist, so kommts, weil sie sich nicht weiß gewaschen hat. Aber wollt Ihr mir sagen, was röter ist, der Wein, der in die Kehle geht, oder das Blut, das herausspritzt? Das war’s, was meine Laterne fragte.“

Der Graf antwortete nicht, trank, zahlte und ritt von dannen.


17


Ulenspiegel und Lamm, ein jeglicher auf einem Esel reitend, den Simon Simonsen, einer der Getreuen des Prinzen von Oranien ihnen gegeben hatte, zogen überall hin und warnten die Leute vor den schwarzen Anschlägen des Blutkönigs und waren allzeit auf der Lauer, um die Zeitungen, die aus Spanien kamen, zu erfahren. Sie verkauften Gemüse, waren wie Bauern gekleidet und besuchten alle Märkte.

Als sie von dem Markte in Brüssel kamen, sahen sie in einem steinernen Hause am Ziegeldamm, in einem niedren Gemach eine schöne, in Atlas gekleidete Dame mit frischen Farben, vollem Busen und übermütigen Augen.

Sie sagte zu einer jungen, frischen Köchin:

„Scheure mir diese Pfanne wohl, ich liebe keine Brühe mit der Würze des Rostes.“