Es wurde Wein gebracht. Von Hoogstraten erhob sich und sagte:

„Ich trinke auf das Wohl der Lande.“ Alle taten wie er. Er setzte den Humpen leer auf den Tisch und fügte hinzu: „Die böse Stunde schlägt für den belgischen Adel, man muß auf Mittel bedacht sein, sich zu verteidigen.“

Eine Antwort erwartend, blickte er Egmont an, der aber blieb stumm.

Doch der Schweiger sprach: „Wir werden widerstehen, wenn Egmont, der bei Saint-Quentin und Gravelingen zweimal Frankreich erzittern ließ und bei den vlämischen Söldnern unbedingtes Ansehen genießt, uns zu Hilfe kommen und die Spanier hindern will, in unsere Lande zu dringen.“

Herr von Egmont erwiderte:

„Ich habe eine zu ehrerbietige Meinung vom König, um zu glauben, daß wir uns als Rebellen wider ihn wappnen müssen. Mögen die, so seinen Zorn fürchten, sich zurückziehen. Ich werde bleiben, denn ich sehe keine Möglichkeit, mich ohne seine Hilfe zu erhalten.“

„Philipp kann sich grausam rächen,“ sagte der Schweiger.

„Ich habe Vertrauen,“ entgegnete Egmont.

„Den Kopf einbegriffen?“ fragte Ludwig von Nassau.

„Kopf, Körper und Ergebenheit, die sein sind, einbegriffen,“ antwortete Egmont.