Doch Lamm sprach, vor Angst schaudernd, zu Ulenspiegel:

„Große Gefahr, mein Sohn! Ich würde Dir bei diesem Unternehmen folgen, wenn meine Beine nicht so schwach wären, und mein Bauch von dem sauern Bier, so sie in dieser Stadt Brüssel trinken, nicht so aufgebläht wäre.“

Diese Reden wurden in einem Loche geführt, das im Walde mitten im Dickicht in die Erde gegraben war. Plötzlich, da sie wie das Auge eines Dachshundes durch die Blätter spähten, sahen sie die gelben und roten Röcke der herzoglichen Söldner, die zu Fuß durch den Wald gingen. Ihr Gewaffen blitzte im Sonnenschein.

„Wir sind verraten,“ sagte Ulenspiegel.

Als er die Söldner nicht mehr sah, rannte er im schnellsten Lauf bis nach Ohain. Die Söldner ließen ihn ob seiner Holzhackertracht und der Holzlast, so er auf dem Rücken trug, unbeachtet passieren. Da fand er die Reiter wartend; er verbreitete die Kunde, und alle stoben auseinander und entkamen, außer dem Herrn von Bausart d’Armentières, der gefangen ward. Von den Fußsoldaten aber, die aus Brüssel kamen, konnte man keinen fassen. Herr von Bausart zahlte grausam für die andern. Und es war ein feiger Verräter vom Regiment des Herrn von Likes, der sie allesamt verriet.

Ulenspiegel, dem das Herz vor Angst klopfte, ging nach dem Viehmarkt zu Brüssel, um seine grausame Hinrichtung anzusehen.

Und der arme Armentières ward auf das Rad geflochten und empfing siebenunddreißig Schläge mit der Eisenstange auf die Beine, Arme, Füße und Hände, die eines um das andere zerbrochen wurden, denn die Henker wollten ihn grausam leiden sehen. Und den siebenunddreißigsten empfing er auf die Brust und starb daran.


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