Und er segnete sie.
Und er lutschte noch einen Markknochen aus der Brühe und trank noch einen großen Schluck Wein.
Ulenspiegel und Pompilius gingen hinaus.
„Dieser garstige Filz hätte Dir nicht einen einzigen Tropfen seines Weines zu trinken gegeben. Ihm noch mehr zu stehlen ist so gut wie geweihtes Brot. Doch was ist Dir, daß Du so zitterst?“
„Meine Hosen sind ganz naß,“ sagte Pompilius.
„Wasser trocknet rasch, mein Sohn,“ erwiderte Ulenspiegel. „Doch sei guter Dinge. Heut abend in der Ketelstraet werden die Flaschen klingen. Und wir wollen die drei Nachtwächter trunken machen, also daß sie schnarchend die Stadt bewachen.“
Solches geschah.
Indessen kam Sankt Märten heran, und die Kirche ward für das Fest geschmückt. Ulenspiegel und Pompilius gingen des Nachts hinein, schlossen sorgsam die Türen, zündeten alle Kerzen an, nahmen eine Bratsche und einen Dudelsack und huben an, auf diesen Instrumenten zu spielen, so gut sie konnten. Und die Kerzen strahlten wie Sonnen. Aber das war nicht alles. Da ihre Arbeit getan war, gingen sie zum Propst, den sie ohngeachtet der vorgerückten Stunde noch auf fanden, wie er einen Krammetsvogel knusperte, Rheinwein trank und die Augen aufsperrte, da er die Fenster der Kirche erleuchtet sah.
„Herr Propst,“ sagte Ulenspiegel zu ihm, „wollet Ihr wissen, wer Euer Fleisch isset und Euern Wein trinket?“
„Und diese Beleuchtung,“ sagte der Propst, auf die Fenster der Kirche weisend. „O, Herr Gott, erlaubst Du dem heiligen Märten, also nächtlicher Weile die Kerzen der Armen unbezahlt zu verbrennen?“