Ulenspiegel zeigte ihm die Schollengräte und die Blase.

Der Dechant nahm sie, indes Ulenspiegel jammerte und ihn anflehte, ihm gnädigst mehr zu geben. Der Weg von Bouillon nach Damm, sprach er, sei für ihn armen Wanderer weit, und er würde gewißlich Hungers sterben.

Der Dechant ging von dannen, ohne ein Wort zu sagen.

Als Ulenspiegel allein war, entschlief er mit dem Blick auf den Lorbeerbaum. Am andern Morgen bei Tagesanbruch raffte er seine Beute zusammen, verließ Bouillon und begab sich nach dem Lager des Schweigers. Er überantwortete ihm das Geld und erzählte die Tat mit dem Bemerken, daß dies die wahre Art sei, vom Feinde Kriegskontribution einzutreiben.

Und der Prinz gab ihm zehn Gülden.

Die Schollengräte aber ward in einen kristallenen Reliquienschrein gelegt und zwischen die Arme des Kreuzes am Hauptaltar von Bouillon eingelassen. Und jedermann in der Stadt weiß, daß das, was das Kreuz umschließt, der Buckel des geheilten Lästerers ist.


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Da der Schweiger in der Umgegend von Lüttich war, machte er, bevor er die Maas überschritt, Märsche und Gegenmärsche, um den Herzog in seiner Wachsamkeit irre zu führen.