Am Abend ging Ulenspiegel in eine Schenke, allwo er schwelgte und zechte.
Ehe er sich ins Bett legte, gedachte er, daß der Dechant gewiß seinen Anteil an der Beute heischen würde, wenn nicht alles. Er zählte seinen Gewinst und fand mehr Gold als Silber, sintemalen es gut dreihundert Karolus waren. Er erspähete einen dürren Lorbeerbaum in einem Topf, packte ihn beim Schopf, zog Pflanze und Erde heraus und legte das Gold darunter. Alle halben Gülden, Stüver und Taler aber breitete er auf dem Tisch aus.
Der Dechant trat in die Schenke und stieg zu Ulenspiegel hinauf. Da dieser ihn erblickte, sagte er:
„Herr Dechant, was wollet Ihr von meiner armseligen Person?“
„Ich will nur Dein Bestes, mein Sohn,“ antwortete jener.
„Wehe,“ ächzte Ulenspiegel, „ist es das, was Ihr auf dem Tisch sehet?“
„Das ist es,“ versetzte der Dechant.
Alsdann streckte er die Hand aus und säuberte den Tisch von allem Gelde, das darauf war, und ließ es in einen dazu bestimmten Sack fallen.
Und er gab Ulenspiegel, der zum Schein stöhnte, einen Gülden.
Und er fragte ihn nach den Werkzeugen des Wunders.