„Das bin ich nicht, noch war ich es. Ich hüte die Geheimnisse der Fürsten. Gebt mir zu trinken. / Mein Weib würde sie mir vom Kopfkissen stehlen, um mich henken zu lassen und eher Wittib zu werden als die Natur will. So wahr Gott lebt! Sie werden kommen. Wo sind die neuen Pässe? Auf meinem christlichen Herzen. Laßt uns trinken! Da sind sie, da, in dreihundert Schritt Entfernung auf dem Wege, bei Marche-les-Dames. Sehet Ihr sie? Laßt uns trinken.“
„Trink,“ sagte Ulenspiegel zu ihm, „trink; ich trinke auf den König, den Herzog, die Prediger und auf Eisenwind. Ich trinke auf Dein Wohl und meins; ich trinke auf den Wein und auf die Flasche. Du trinkst ja nicht.“ Und bei jedem Trinkspruch füllte Ulenspiegel von neuem das Glas und der Wirt leerte es.
Ulenspiegel betrachtete ihn etliche Zeit. Dann sagte er, sich erhebend:
„Er schläft; wir wollen uns davonmachen, Lamm.“
Als sie draußen waren:
„Er hat kein Weib, uns zu verraten ... Die Nacht sinkt herab ... Du hast deutlich vernommen, was dieser Taugenichts sagte; und Du weißt, wer die drei Prediger sind?“
„Ja,“ sprach Lamm.
„Du weißt, das sie die Maas entlang von Marche-les-Dames kommen, und daß man gut tun wird, sie auf dem Wege zu erwarten, ehe denn Eisenwind zu Atem kommt.“
„Ja,“ sprach Lamm.
„Wir müssen dem Prinzen das Leben retten,“ sagte Ulenspiegel.