„Wohin gehen wir?“ fragte Lamm.
„Nach Maestricht,“ antwortete Ulenspiegel.
„Aber, mein Sohn, man sagt, daß des Herzogs Kriegsknechte da rund um die Stadt liegen und daß er sich selbst darinnen befindet. Unsere Pässe werden nicht hinreichen. Wenn die hispanischen Söldner sie gut befinden, werden wir darum nicht weniger in der Stadt festgehalten und verhört werden. Unterweilen werden sie den Tod der Prediger erfahren, und mit unserm Leben wird es zu Ende sein.“
Ulenspiegel antwortete:
„Die Raben, Eulen und Geier werden in Bälde mit ihrem Fleisch ein Ende gemacht haben. Ihr Gesicht ist ohne Zweifel schon unkenntlich. Was unsere Pässe angeht, so mögen sie gut sein; so man aber Kunde vom Morde erhielte, würden wir, wie Du sagst, gefangen genommen. Dessen ohngeachtet müssen wir über Landen nach Maestricht gehen.“
„Sie werden uns henken,“ sagte Lamm.
„Wir werden durchkommen,“ erwiderte Ulenspiegel.
So ratschlagend, kamen sie nach der Herberge „Zur Elster“, allwo sie gute Kost, gutes Nachtlager und Heu für ihre Esel fanden.
Am andern Morgen machten sie sich auf den Weg nach Landen.
Da sie bei einem großen Pachthofe vor der Stadt angelangt waren, trillerte Ulenspiegel wie eine Lerche und alsbald antwortete ihm von drinnen das kriegerische Trompeten des Hahnes. Ein Pächter, der ein ehrlich Gesicht hatte, erschien auf der Türschwelle.