Führte ein alter Mann, der sein greises Haupt ohne Würde trug, sein junges Weib zu Ulenspiegel, so versteckte sich der, wie er bei dem Söldner getan, und zeigte im Rahmen einen kleinen Strauch, daran Messergriffe, Kästlein, Kämme und Schreibzeug hingen, alles aus Horn. Und rief:
„Woher kommt dieser artige Tändelkram, Messire? Ist es nicht vom Hornbaum, welcher im Gehege alter Ehemänner wächst? Wer wird noch sagen, daß die Hahnreie in einer Republik unnütze Leute seien?“
Und Ulenspiegel zeigte sein junges Gesicht neben dem Strauch in dem Rahmen.
Da der alte Mann ihn hörte, hustete er vor männlicher Wut, doch seine Liebste beruhigte ihn mit der Hand und trat lächelnd zu Ulenspiegel.
„Und wirst Du mir auch meinen Spiegel zeigen?“
„Tritt näher“, sprach Ulenspiegel.
Sie gehorchte, und alsobald küßte er sie, wo er konnte.
„In Deinem Spiegel ist stramme Jugend, so in vornehmen Hosenlätzchen wohnt.“
Und die Schöne verließ ihn, nicht ohne ihm ein oder zwei Gülden zu geben.
Dem feisten Mönch mit den wulstigen Lippen, der sein jetziges und zukünftiges Wesen zu sehen begehrte, gab Ulenspiegel also Bescheid: