„Du bist ein Schrank voll Schinken und wirst ein Gewölbe für Würzbier sein, denn Salz heischt Getränke, nicht also, Dickbauch? Gib mir einen Heller dafür, daß ich nicht log.“

„Mein Sohn,“ erwiderte der Mönch, „wir tragen niemals Geld.“

„Dann also trägt das Geld Dich,“ sprach Ulenspiegel, „denn ich weiß, daß Du es zwischen zwei Sohlen unter Deinen Füßen trägst. Gib mir Deine Sandale.“

Doch der Mönch sprach:

„Mein Sohn, das ist Klostergut, ich werde jedoch, wenn es sein muß, zwei Heller für Deine Mühe herausholen.“

Der Mönch gab sie ihm und Ulenspiegel nahm sie gnädiglich an. Also zeigte er den Leuten von Damm, Brügge, Blankenberghe und wohl gar Ostende ihren Zukunftsspiegel.

Und statt in seiner vlämischen Mundart zu sagen. „Ick ben u lieden Spiegel“ — ich bin Euer Liebden Spiegel, sagte er abkürzend, so wie es noch heutigen Tages in Ost- und Westflandern gesagt wird: „Ick ben ulen Spiegel“.

Und daher stammt sein Beiname Ulenspiegel.


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