„Wohlan, darauf trink ich, schafft mir eine Frau, reich oder arm. Ich gehe mit ihr zur Kirche und lasse die Ehe durch den Pfarrer einsegnen. Dieser gibt uns einen Trauschein, nicht gültig, da er von einem papistischen Inquisitor kommt. Wir lassen darin feststellen, daß wir alle gute Christen sind, maßen wir gebeichtet und kommuniziert haben und gemäß den Vorschriften unsrer heiligen römischen Mutter Kirche, so ihre Kinder verbrennt, apostolisch leben. Und also rufen wir die Segnungen unseres heiligen Vaters, des Papstes, der himmlischen und irdischen Heerscharen, der heiligen Männer und Frauen, der Dechanten, Pfaffen, Mönche, Söldlinge, Bluthunde und andrer Lumpen auf uns herab. Mit besagtem Zeugnis versehen, machen wir die Vorbereitungen zur Reise, die bei der Hochzeitfeier Brauch ist.“

„Aber die Frau?“ fragte Thomas Utenhove.

„Die mußt Du für mich finden,“ antwortete Ulenspiegel. „Ich nehme also zwei Wagen, schmücke sie mit Kränzen von Fichtenzweigen, Stechpalmen und Papierblumen und besetze sie mit etlichen Bauern, die Du zum Prinzen schicken willst.“

„Aber die Frau?“ fragte Thomas Utenhove.

„Die ist gewißlich hier,“ erwiderte Ulenspiegel.

Und er redete weiter:

„Ich spanne zwei Deiner Pferde vor den einen Wagen, unsere beiden Esel vor den andern. In den ersten Wagen setze ich meine Frau und mich, meinen Freund Lamm und die Trauzeugen, in den zweiten die Spielleute mit Schellentrommeln, Querpfeifen und Schalmeien. Dann tragen wir lustige Hochzeitsbanner, und mit Trommeln, Singen und Trinken fahren wir im scharfen Trab auf der Heerstraße, die uns zum Galgenfelde oder in die Freiheit führt.“

„Ich will Dir helfen,“ sprach Thomas Utenhove. „Aber die Frauen und Mädchen werden ihren Männern folgen wollen.“

„Wir werden in Gottes Schutz gehen,“ sagte ein hübsches Mägdlein und steckte den Kopf in die halboffene Tür.

„Wenn es not tut, sind vier Wagen da, und dergestalt können wir über fünfundzwanzig Mann durchbringen.“