„Dieser ist der Schmied Wasteele, der bei Tage Spaten, Hacken und Pflugscharen macht und das Eisen schmiedet, wenn es heiß ist, um daraus schöne Gitter für die Chöre von Kirchen zu bilden. Doch des Nachts macht und schleift er oftmals Waffen für die Soldaten des freien Gewissens. Dies Spiel hat ihm kein gutes Aussehen verschafft, sintemalen er bleich ist wie ein Gespenst, traurig wie ein Verdammter und so mager, das ihm die Knochen die Haut durchlöchern. Er hat sich noch nicht schlafen gelegt, da er ohne Zweifel die ganze Nacht geschafft hat.“
„Tretet alle beide ein,“ sagte der Schmied Wasteele, „und führet Eure Esel auf den Anger hinter dem Hause.“
Da dies besorgt war und Ulenspiegel und Lamm sich in der Schmiede befanden, trug der Schmied Wasteele alles, was er während der Nacht an Degen geschärft und an Lanzenspitzen geschmiedet hatte, in den Keller seines Hauses und bereitete die tägliche Arbeit für seine Gesellen vor.
Er blickte Ulenspiegel mit glanzlosen Augen an und fragte ihn:
„Welche Kunde bringst Du mir vom Schweiger?“
Ulenspiegel antwortete:
„Der Prinz ist mit seinem Kriegsvolk aus den Niederlanden vertrieben, wegen der Feigheit seiner Söldlinge, die „Geld, Geld!“ schreien, wenn sie kämpfen sollen. Er ist mit den getreuen Soldaten, seinem Bruder, dem Grafen Ludwig, und dem Herzog von Zweibrücken nach Frankreich gezogen, zum Beistand des Königs von Navarra und der Hugenotten. Von da ging er nach Deutschland, nach Dillenburg, allwo manche Flüchtlinge aus den Niederlanden bei ihm sind. Du sollst Waffen und das von Dir gesammelte Geld hinsenden, derweil wir auf dem Meere das Werk freier Männer vollbringen.“
„Ich werde tun, was sein muß,“ sagte der Schmied Wasteele; „ich habe Waffen und neuntausend Gülden. Aber seid Ihr nicht auf Eseln gekommen?“
„Jawohl,“ sprachen sie.
„Und ist Euch nicht unterwegs Kunde von drei Predigern geworden, so getötet, geplündert und in ein Loch in den Felsen der Maas geworfen sind?“