„Es ist meines Bruders Bild.“

Ulenspiegel nahm das Bild und sagte im Fortgehen:

„Spelle wird gehenket werden.“

„Wie wirst Du es anstellen?“

„Wenn Du es wüßtest,“ sagte er, „so würde es Dich nicht ergötzen, es tun zu sehen.“

Boelkin schüttelte den Kopf und sagte mit klagender Stimme: „Du traust mir nicht“.

„Heißt es nicht, Dir aufs Höchste vertrauen, wenn ich Dir sage, Spelle wird gehenkt werden? Denn mit diesem einzigen Worte kannst Du mich von ihm henken lassen.“

„Fürwahr,“ sagte sie.

„Geh also,“ versetzte Ulenspiegel, „und hole mir gute Tonerde, ein doppelt Maß Braunbier, klares Wasser und etliche Schnitten Ochsenfleisch. Jedes besonders. Der Ochs soll für mich sein, das Braunbier für den Ochsen, das Wasser für den Ton und der Ton für das Bildnis.“

Derweil Ulenspiegel aß und trank, knetete er den Ton und verschluckte dann und wann ein Stücklein davon; doch das kümmerte ihn wenig, und er betrachtete aufmerksam Michielkins Bildnis. Da der Ton geknetet war, machte er daraus eine Maske mit Nase, Mund, Augen, Ohren, die dem Bildnis des Toten so gleich waren, daß Boelkin sich baß verwunderte.