Pieter de Roose, der wieder Mut gefaßt hatte, war nach Meulestee zurückgekehrt. Er ging Spelle und seinen Schergen allenthalben nach, damit sie ihn schützten. Spelle bezahlte bisweilen die Zeche. Und sie vertranken mitsammen wohlgemut das Geld der Opfer.

Die Herberge zum Falken war nicht mehr voll wie in den guten Zeiten, wo das Dorf fröhlich lebte, wo die Leute Gott als gute Katholiken dienten und nicht um der Religion willen gepeinigt wurden. Jetzt war das Dorf gleichsam in Trauer, wie man es an den zahlreichen leeren oder geschlossenen Häusern und an seinen verödeten Gassen sah, in welchen nur etliche magere Hunde irrten, so auf den Kehrichthaufen ihre verfaulte Nahrung suchten.

In Meulestee war nur noch Platz für die beiden Bösen. Die furchtsamen Dorfbewohner sahen die Frechen des Tages die Häuser der künftigen Opfer bezeichnen und die Totenlisten aufstellen und am Abend vom Falken zurückkehren und unflätige Gassenhauer singen, geleitet von zwei Schergen, trunken wie sie und bis an die Zähne bewaffnet.

Ulenspiegel ging in die ‚Blaue Gans‘ zu Joos Lansaem, der in seiner Schreibstube saß.

Ulenspiegel zog ein Fläschlein Branntwein aus dem Hosensack und sprach zu ihm:

„Boelkin hat zwei Tonnen davon zu verkaufen.“

„Komm in meine Küche,“ sagte der Wirt.

Dann schloß er die Türe und sah ihn fest an.

„Du bist kein Branntweinhändler; was bedeutet Dein Augenzwinkern? Wer bist Du?“

„Ich bin des Klas Sohn, der zu Damm verbrannt ist; die Asche des Toten brennt auf meiner Brust. Ich will Spelle, den Mörder töten.“