„Ist es Boelkin, die Dich sendet?“

„Boelkin sendet mich,“ erwiderte Ulenspiegel. „Ich werde Spelle töten und Du sollst mir dabei helfen.“

„Das will ich“, sagte der Wirt. „Was muß ich tun?“

Ulenspiegel antwortete:

„Geh zum Pfarrer, dem guten Seelenhirten und Feind von Spelle, hole Deine Freunde zusammen und finde Dich morgen nach Feierabend mit ihnen auf der Straße nach Ewerghem, jenseit Spelles Haus, zwischen dem Falken und besagtem Hause ein. Stellet Euch alle ins Dunkle und legt keine weißen Kleider an. Schlag zehn Uhr wirst Du Spelle aus der Schenke kommen sehen und ein Fuhrwerk von der andern Seite. Sage Deinen Freunden heute Abend nichts; sie schlafen dem Ohr ihrer Weiber zu nahe. Suche sie morgen auf. Kommet, horchet gut auf alles, und behaltet es wohl im Gedächtnis.“

„Wir werden es im Gedächtnis behalten,“ sagte Joos. Und seinen Becher erhebend: „Ich trinke auf den Strang für Spelle.“

„Auf den Strang,“ sprach Ulenspiegel. Dann kehrte er mit dem Wirt in die Schenkstube zurück, allwo etliche gentische Trödler zechten. Sie kamen vom Brügger Samstagsmarkt heim, wo sie Wämse und Koller von Gold- und Silberstoff teuer verkauft hatten, die sie zuvor für wenige Sous von verarmten Adligen, so es durch ihren Aufwand den Spaniern gleich tun gewollt, erhandelt hatten.

Wegen des großen Verdienstes hielten sie Schmaus und Gelage.

Ulenspiegel und Joos setzten sich in eine Ecke und verabredeten beim Trinken, ohne daß jemand sie hörte, daß Joos zum Pfarrer der Kirche, dem guten Pastor gehen solle, der wider Spelle, den Mörder Unschuldiger, erzürnt war. Danach sollte er zu seinen Freunden gehen.

Am folgenden Tage nach Feierabend verließen Joos und Michielkins Freunde, die benachrichtigt waren, die ‚Blaue Gans,‘ wo sie zu zechen pflegten, auf verschiedenen Wegen, damit man ihre Absicht nicht merke und gingen zur Landstraße nach Everghem. Es waren ihrer siebenzehn.