„Spelle“, sprach das Gespenst zum andern Male, „Profoß Spelle, erwache, oder ich werde Dich mit mir in den gähnenden Rachen der Hölle schleppen.“

Spelle stand auf, seine Haare sträubten sich vor Furcht und er schrie jammervoll:

„Michielkin, Michielkin, hab Erbarmen!“

Indessen waren die Bürger näher gekommen, aber Spelle sah nichts als die Laternen, die er für Augen von Teufeln hielt, wie er später bekannte.

„Spelle,“ sprach Michielkins Geist, „bist Du zu sterben bereit?“

„Nein,“ antwortete der Profoß, „nein, Herr Michielkin, ich bin mit nichten dazu bereit und will nicht vor Gott erscheinen mit einer Seele, die ganz schwarz ist von Sünden.“

„Erkennest Du mich?“ fragte das Gespenst.

„Gott steh mir bei,“ sagte Spelle, „ja, ich erkenne Euch. Ihr seid der Geist Michielkins, des Zuckerbäckers, der unschuldig an den Folgen der Folter in seinem Bette starb. Und die zwei blutigen Füße sind die nämlichen, an deren jeden ich fünfzig Pfund hängen ließ. Ach, Michielkin, verzeiht mir, Pieter de Roose verführte mich; er bot mir fünfzig Gulden, die ich annahm, um Euren Namen auf die Liste zu setzen.“

„Willst Du beichten?“ fragte das Gespenst.

„Ja, Herr, ich will beichten, alles sagen und Buße tun. Aber geruhet, diese Teufel dort zu entfernen, die bereit sind, mich zu verschlingen. Ich werde alles sagen. Schafft diese feurigen Augen fort! Ich habe in Tournay ebenso an fünf Bürgern gehandelt, ebenso in Brügge an vieren. Ich weiß ihre Namen nicht mehr, aber ich werde sie Euch sagen, so Ihr es verlangt. Auch anderswo habe ich gesündigt, und durch mein Tun sind neunundsechzig Unschuldige in der Grube. Michielkin, der König brauchte Geld. Man hatte es mir eingeschärft; aber ich brauchte es gleichermaßen. Es ist in Gent, im Keller unter den Pflastersteinen bei der alten Grovels, meiner rechten Mutter. Ich habe alles gesagt, alles. Gnade und Erbarmen! Schafft die Teufel fort. Herr Gott, Jungfrau Maria, Jesus, bittet für mich! Entfernt die höllischen Feuer, ich werde alles verkaufen, alles den Armen geben und Buße tun.“