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Am folgenden Tage marschierte Ulenspiegel an der Leye, dem klaren Fluß entlang auf Kortrijck.

Lamm wanderte kläglichen Mutes.

Ulenspiegel sprach zu ihm:

„Du stöhnst, Mattherziger, und sehnst Dich nach deinem Weibe, das Dir die gehörnte Krone des Hahnreis aufsetzte.“

„Mein Sohn,“ sprach Lamm, „sie war mir allzeit getreu und liebte mich genug, wie ich sie allzu sehr liebte, mein süßer Jesus. Eines Tages, da sie nach Brügge gegangen war, kam sie schier verwandelt zurück. Von jener Zeit an sagte sie zu mir, wenn ich sie um Liebe bat:

„Ich muß als Freundin mit Dir leben, nicht anders.“

Darauf entgegnete ich mit Trauer im Herzen:

„Liebes Herz, wir wurden vor Gott getraut. Habe ich nicht alles für Dich getan, was Du wolltest? Hab ich nicht manches Mal ein Wams aus schwarzem Linnen und einen Mantel aus Barchent angelegt, um Dich trotz der königlichen Verordnungen in Seide und Brokat gekleidet zu sehen? Liebchen, liebst Du mich nicht mehr?“