„Ich liebe Dich, wie Gott und seine Gebote, wie die heilige Disziplin und Pönitenz es vorschreiben. Ich werde Dir gleichwohl eine tugendsame Gefährtin sein.“

„Was schiert mich Deine Tugend,“ antwortete ich. „Dich will ich, Dich, mein Weib.“

Sie schüttelte den Kopf:

„Ich weiß, daß Du gut bist. Bis heute warst Du der Koch im Haus, um mir die Mühe der Kochkunst zu ersparen. Du bügeltest unsere Leintücher, Krausen und Hemden, dieweil die Bügeleisen zu schwer für mich waren. Du wuschest unsre Wäsche, Du kehrtest das Haus und die Gasse vor der Tür, um mir jegliche Beschwer zu ersparen. Jetzo will ich statt Deiner schaffen, aber nichts weiter, lieber Mann.“

„Das ist mir einerlei,“ antwortete ich. „Ich werde wie zuvor Deine Kammerfrau, Deine Büglerin, Köchin und Wäscherin sein, Dein leibeigner, unterwürfiger Sklave; aber, Frau, trenne nicht diese beiden Herzen und Leiber, die eins waren, zerreiße nicht dies holde Band der Liebe, das uns so zart verknüpfte.“

„Es muß sein,“ antwortete sie.

„Wehe,“ sprach ich, „hast Du in Brügge diesen harten Entschluß gefaßt?“

Sie antwortete:

„Ich habe vor Gott und seinen Heiligen geschworen.“

„Wer hat Dich denn zum Schwur gezwungen,“ schrie ich, „Deine Pflichten als Frau nicht zu erfüllen?“