„Der, so den Geist Gottes in sich hat und mich unter die Zahl seiner Büßerinnen aufnimmt,“ sagte sie.
„Von Stund’ an hörte sie auf, mein zu sein, gleich als wäre sie die getreue Frau eines Andern gewesen. Ich flehete sie an, quälte, drohte, weinte, bat. Aber umsonst. Eines Abends, bei der Heimkehr von Blankenberghe, wohin ich gegangen war, um den Zins einer meiner Pachtungen einzunehmen, fand ich das Haus leer. Ohne Zweifel meines Flehens müde, böse und trübselig über meinen Kummer, war mein Weib entflohen. Wo weilt sie nun?“
Und Lamm setzte sich ans Ufer der Leye, senkte den Kopf und schaute das Wasser an.
„Ach,“ sprach er, „Liebchen, wie fett, zart und reizend warst Du! Werde ich jemals ein Hühnchen wie Dich wiederfinden? Werde ich nie mehr von Dir, Hausmannskost der Liebe, essen? Wo sind Deine Küsse, balsamisch wie Thymian? Dein lieblicher Mund, von dem ich Freude pflückte wie die Biene den Honig von der Rose; Deine weißen Arme, die mich kosend umschlangen? Wo ist Dein klopfendes Herz, deine runde Brust und der reizende Schauer Deines Feenleibes, der nach Liebe girrte? Ja wo sind Deine alten Wellen, Du kühler Fluß, der Du Deine neuen so lustig in der Sonne rollst?“
34
Als sie am Walde von Peteghem vorbeikamen, sprach Lamm zu Ulenspiegel:
„Ich brate, laß uns Schatten suchen.“
„Sei es,“ antwortete Ulenspiegel.