Und Lamm schwieg.
So wanderten sie, ohne ein Wort zu sprechen, bis nach Damm. Sie zogen durch die Reiherstraße ein und sahen keine Seele wegen der Hitze. Die Hunde lagen vor den Türschwellen mit heraushängender Zunge auf der Seite und gähnten. Lamm und Ulenspiegel schritten bis zum Rathaus, davor Klas war verbrannt worden. Ulenspiegels Lippen zitterten noch mehr, und seine Tränen versiegten. Sie kamen vor Klasens Haus, das ein Kohlenhändler bewohnte. Er trat ein und sprach zu ihm:
„Erkennest Du mich? Ich will mich hier ausruhen.“
Der Kohlenhändler antwortete:
„Ich erkenne Dich, Du bist der Sohn des Geopferten. Geh in diesem Hause, wohin Du willst.“
Ulenspiegel ging in die Küche, dann in Klasens und Soetkins Kammer und weinte dort.
Als er wieder hinuntergestiegen war, sprach der Kohlenhändler zu ihm:
„Hier ist Brot, Käse und Bier. So Du Hunger hast, iß; so Du Durst hast, trinke.“
Ulenspiegel winkte mit der Hand, daß er weder Hunger noch Durst habe.
Dann ging er mit Lamm, der rittlings auf seinem Esel saß, dieweil Ulenspiegel den seinen am Halfter führte.