„Gehst Du wirklich mit dieser schönen Dame?“ fragte ihn Nele.
„Ich komme bald wieder“, antwortete Ulenspiegel.
„Soll ich an Deiner statt gehen?“ fragte Nele.
„Nein,“ sprach er, „die Wege sind schmutzig“.
„Mägdlein,“ sprach die Dame erzürnt und gleichfalls eifersüchtig, „warum willst Du ihn hindern, mit mir zu gehen?“
Nele gab ihr keine Antwort, doch große Tränen entquollen ihren Augen, und voll Zorn und Harm sah sie die schöne Dame an. Sie machten sich ihrer Vier auf den Weg, die Dame gleich einer Königin auf ihrem weißen, mit schwarzem Sammet gezäumten Zelter, der Kellermeister, dem der Bauch im Wandern wackelte, Ulenspiegel, der den Zelter der Dame am Zügel führte, und Bibulus Schnuffius, der ihm zur Seite schritt und den Schwanz stets in der Luft trug.
Also ritten und wanderten sie eine Weile, doch Ulenspiegel war nicht guter Dinge. Stumm wie ein Fisch zog er den feinen Benzoeduft ein, der von der Dame ausging, maß von der Seite all ihre schönen Nesteln, seltenen Kleinodien und Zierarten, desgleichen ihr holdes Angesicht, ihre glänzenden Augen, ihre bloße Brust und die Haare, die in der Sonne gleich einer Goldhaube schimmerten.
„Weshalb bist Du so wortkarg, Bube?“ fragte sie.
Er gab keine Antwort.
„Du hast doch nicht so ganz die Zunge in den Schuhen stecken, daß Du mir nicht eine Botschaft ausrichten könntest?“