Und alle Seeleute und Soldaten von Ulenspiegels Schiff und auch die von den andern Schiffen sangen desgleichen:
„Das Schwert ist gezückt, es lebe der Geuse!“
Und ihre Stimmen grollten wie Donner der Freiheit.
3
Es war im Januar, dem grausamen Monat, da das Kalb im Leibe der Kuh gefriert. Es hatte geschneit und obendrein gefroren. Die Knaben fingen mit Vogelleim die Sperlinge, so auf dem hartgefrorenen Schnee ihre kümmerliche Nahrung suchten, und brachten dieses Wild in ihre Hütten. Vom grauen, hellen Himmel hoben sich regungslos die Gerippe der Bäume ab. Ihre Zweige waren mit schneeigen Kissen bedeckt, welche gleichfalls die Hütten und Mauerfirsten bedeckten, auf denen man Spuren von Katzenpfoten erblickte, die gleichfalls im Schnee auf die Sperlinge Jagd machten. Die Wiesen waren weithin unter diesem wundersamen Vließe verborgen, das die Erde in der scharfen Winterkälte warm hielt. Der Rauch der Häuser und Hütten stieg schwarz gen Himmel, und man vernahm keinen Laut.
Und Katheline und Nele waren allein in ihrer Behausung, und Katheline sagte kopfschüttelnd:
„Hans, mein Herz zieht mich zu Dir. Du mußt Ulenspiegel, Soetkins Sohn, die siebenhundert Karolus wiedergeben. Wenn du arm bist, komm wenigstens, daß ich Dein leuchtendes Antlitz schaue. Nimm das Feuer fort, mein Kopf brennt. Wehe, wo sind Deine schneekalten Küsse, wo ist Dein Körper aus Eis? Hans, mein Geliebter.“
Sie stand am Fenster. Plötzlich kam im schnellsten Trab ein Läufer vorbei, der Schellen am Gürtel trug, und rief: