„Wenn diese Frau verrückt ist, so bin ich es nicht, Euer Gnaden, und ich will von diesem Schnee, den ich esse, sterben“ / und sie nahm mit den Fingern etwas Schnee / „wenn dieser Mann nicht meine Mutter gekannt hat, wenn er ihr nicht all ihr Geld genommen und nicht des Klas Hund getötet hat, um siebenhundert Karolus, so dem armen Toten gehörten, von der Brunnenmauer unseres Hauses zu nehmen.“

„Hans, mein Herzliebster,“ weinte Katheline, die blutend vor ihm auf den Knien lag, „Hans, mein Geliebter, gib mir den Friedenskuß. Sieh, mein Blut fließt. Die Seele hat sich ein Loch gemacht und will hinaus. Ich werde bald sterben, verlaß mich nicht.“ Dann sagte sie ganz leise: „Damals tötetest Du Deinen Gefährten aus Eifersucht am Deiche.“ Und sie streckte den Finger in der Richtung nach Dudzeele. „Zu jener Zeit liebtest Du mich sehr.“

Und sie faßte und umschlang des Edelmanns Knie und nahm seinen Stiefel und küßte ihn.

„Wer ist dieser Getötete?“ fragte der Amthauptmann.

„Ich weiß es nicht, Euer Gnaden,“ sagte er. „Was kümmern uns die Reden dieser Geusin? Vorwärts.“

Das Volk rottete sich um sie zusammen; reiche und geringe Bürger, Handwerker und Bauern nahmen Kathelines Partei und riefen:

„Gerechtigkeit, Herr Amtmann, Gerechtigkeit!“

Und der Amtmann sagte zu Nele:

„Was ist es mit diesem Getöteten? Sprich wie Gott und die Wahrheit es verlangt.“

Nele redete und sprach, auf den bleichen Edelmann deutend: