Nunmehr sprach der Amtmann:

„Ihr Frauen, gehet in Frieden.“

Aber Katheline wollte die Stätte nicht verlassen, wo ihr Freund war. Sie mußte mit Gewalt in ihre Behausung gebracht werden.

Und das ganze versammelte Volk schrie:

„Gerechtigkeit, Euer Gnaden, Gerechtigkeit!“

Da die Gemeindebüttel auf den Lärm herzugekommen waren, befahl der Amtmann ihnen, zu bleiben, und sagte zu den Rittern und Edelleuten:

„Edle Herren, ohngeachtet aller Privilegien, so den erlauchten Adelsstand im Lande Flandern schützen, muß ich Euren Joos Damman auf die gegen ihn erhobenen Anschuldigungen, in Sonderheit die der Zauberei, verhaften lassen, bis er gemäß den Gesetzen und Verordnungen des Reiches gerichtet ist. Liefert Euren Degen aus, Herr Josse.“

„Herr Amtmann,“ sagte Joos Damman mit großem Hochmut und Adelsstolz, „indem Ihr mich verhaftet, vergeht Ihr Euch gegen das flandrische Gesetz, denn Ihr seid nicht selbst Richter. Nun wisset Ihr, daß es nicht erlaubt ist, ohne richterlichen Auftrag zu verhaften, ausgenommen die Falschmünzer, Straßenräuber und Wegelagerer, Brandstifter und Frauenschänder; desgleichen die Soldaten, so ihren Hauptmann verlassen, die Zauberer, die Gift anwenden, um die Gewässer zu vergiften, die entlaufenen Mönche oder Beghinen und die Verbannten. Wohlan, Ihr edlen Herren, verteidigt mich!“

Da Etliche gehorchen wollten, sprach der Amtmann zu ihnen:

„Edle Herren, da ich allhier unsern König, Grafen und Herrn vertrete, welchem die Entscheidung der schwierigen Fälle vorbehalten ist, so gebiete und befehle ich Euch bei Strafe, für Rebellen erklärt zu werden, Eure Degen wieder in die Scheide zu stecken.“